Keramikimplantate - genauer Zirconiumoxidkeramikimplantate funktionieren. Sie wachsen ein und können auch danach belastet werden.
Leider gibt es aber keine Langzeiterfahrungen/Langzeitstudien mit Keramikimplantaten. Daher können wir auch keinerlei Garantie auf Keramikimplantate geben.
Zudem sind Keramikimplantate wesentlich teurer und bei der technischen Umsetzung müssen gewisse Kompromisse eingegangen werden, die sich negativ auf die langfristige Haltbarkeit auswirken können.
Streng genommen ist Zirconium (Zr) auch keine Keramik sondern ein Übergangsmetall (siehe Periodensystem der Elemente).
Ihr Praxisteam Dirk Rustenbach
Das Erfolgskriterium in der Implantologie ist ein anderes als bei einer Wurzelbehandlung.
Während in zahlreichen Implantat-Studien das Überleben der Implantate ("survival") als Erfolgskriterium herangezogen wird, ist dies beim wurzelbehandelten Zahn die klinische und radiologische Unauffälligkeit ("endodontic Success").
Übersetzt bedeutet dies: Ein Implantat, welches zwar eine Entzündung und Knochenabbau aufweist, aber immer noch im Mund zum Kauen genutzt werden kann gilt als "Erfolg" - dies ist jedoch kritisch zu beurteilen.
Dagegen gilt ein Zahn der wurzelbehandelt ist und eine Entzündung aufweist als "Misserfolg" - obwohl der wurzelbehandelte Zahn auch noch im Mund zum Kauen genutzt werden kann.
Und dies ist nur ein Kriterium - es gibt zudem auch oft noch technische Probleme mit Implantaten, wie Schraubenlockerungen, Frakturen, Keramikabsplitterungen etc. und auch diese Kriterien werden in den meisten Studien nicht als Misserfolg des Implantates mitbewertet. - Daher kommt man auf Erfolgsquoten von deutlich über 90% - dies ist aber unserer Meinung nach nur die halbe Wahrheit.
Die Erfolgsaussichten für wurzelbehandelte Zähne mit Kronenversorgungen erscheinen also geringer als für Implantate, die Überlebenswahrscheinlichkeit hingegen ist gleich.
Zwischen 1994 und 2005 wurde für Implantate die in Finnland gesetzt wurden eine Verlustrate von 25% nachgewiesen. Die Erfolgsrate eines wurzelkanalbehandelten Zahns liegt bei 80-95% bei Erstbehandlung und bei 50 bis über 90% bei Erneuerungen von Wurzelbehandlungen (Revisionen).
Beide Behandlungsverfahren (Implantat und Wurzelbehandlung) haben ihren Platz. Eine Wurzelbehandlung ist bei Ausschöpfung aller Möglichkeiten sehr gut. Keinesfalls ist das Implantat der "bessere Zahn" und zunächst sollte einer Wurzelbehandlung der Vorzug gegeben werden.
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